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{"id":2823,"date":"2020-01-25T21:45:23","date_gmt":"2020-01-25T21:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?p=2823"},"modified":"2020-09-08T17:12:09","modified_gmt":"2020-09-08T17:12:09","slug":"wie-das-einvernehmen-zwischen-glauben-und-wissen-nach-islamischer-lehre-einen-beitrag-fur-die-moderne-geleistet-hat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?p=2823","title":{"rendered":"Wie das Einvernehmen zwischen Glauben und Wissen nach islamischer Lehre einen Beitrag f\u00fcr die Moderne geleistet hat."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Mondphasen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2828 alignleft\" src=\"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Mondphasen.jpg\" alt=\"Diese Skizze nach Al-Biruni stellt die relativen Positionen zwischen Sonne, Erde und Mond dar. Al-Biruni erkannte richtig, dass die scheinbare sich t\u00e4glich \u00e4ndernde Gestalt des Mondes der Teil seiner erhellten Seite ist, die zur Erde geneigt ist.\" width=\"196\" height=\"261\" srcset=\"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Mondphasen.jpg 1781w, http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Mondphasen-766x1024.jpg 766w, http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Mondphasen-768x1027.jpg 768w, http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Mondphasen-1149x1536.jpg 1149w, http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Mondphasen-1532x2048.jpg 1532w\" sizes=\"(max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/a><\/p>\n<table style=\"width: 48.4589%; height: 221px;\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 221px;\">\n<td style=\"width: 573.636px; height: 221px;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Skizze nach Al-Biruni stellt die relativen Positionen zwischen Sonne, Erde und Mond dar. Al-Biruni erkannte richtig, dass die scheinbar sich t\u00e4glich \u00e4ndernde Gestalt des Mondes der Teil seiner erhellten Seite ist, die zur Erde geneigt ist. Damit liegt der Mond auf dem Scheitelpunkt zwischen den Schenkeln Sonne-Mond und Erde-Mond. (Koran, 36, 39) <\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Widersprechen sich Glaube und Wissen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die islamische Lehre bef\u00fcrwortet Harmonie zwischen geistigen und materiellen Angelegenheiten, also zwischen Glauben und materieller Welt. Wenn man von Sch\u00f6pfung spricht, dann ist es in keiner Hinsicht ein Widerspruch zu den wissenschaftlichen Entdeckungen, und seien sie auf dem neuesten Stand.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fassen wir die Hauptlinien der Sch\u00f6pfung, also der Entwicklung des Kosmos und seines Aufbaus, die uns Gott im Koran offenbart, zusammen: Allah schuf aus dem materiellen Nichts (36,82) das Weltall, das seither mit einer unsichtbaren Kraft expandiert (51,47). In einer fr\u00fchen Phase bestand die gesamte Materie aus einer homogenen Masse, die Er danach in Himmel und Himmelsk\u00f6rper aufspaltete (21,30 und 35,1). In vier Zeiten lie\u00df Er die chemischen Elemente entstehen (41,10), und in zwei weiteren Zeiten schuf Er aus einer Gaswolke das Sonnensystem mit unserem Heimatplaneten, der Erde (41,11). Dazu gab Er zuerst dem sogenannten irdischen Himmel seine maximale Ausdehnung, dann lie\u00df Er die Sonne z\u00fcnden und schlie\u00dflich den Gesteinsplaneten Erde durch Asteroiden-Kollisionen (15,19) entstehen (79,27-30). Er lie\u00df den Unterhalt f\u00fcr das Leben auf ihr und das Wasser herunterkommen (79,31-33 und 15,20-21). Die Entwicklung des Universums, so belegt Gott in Seiner Heiligen Schrift, unterliegt stetigen Ver\u00e4nderungen. Der Kosmos weitet sich aus (51,47), und jedes Objekt darin verfolgt eine ihm zugewiesene Bahn (21,33 und 36,40).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit bot die islamische Lehre ein kosmologisches Modell an, das weder geozentrisch noch heliozentrisch ausgerichtet ist, sondern das Universum als Ganzes betrachtet, vom dem unser Sonnensystem ein kleiner, bescheidener Teil ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in diesem Sinne wurde auch die im Altertum weit verbreitete und im christlichen Abendland \u00fcbernommene Annahme, das Universum habe weder einen Anfang noch ein Ende und sei unver\u00e4nderlich, widerlegt. Und die aristotelische Lehrmeinung, die Erde sei der statische kosmische Mittelpunkt, um den sich alle Himmelsk\u00f6rper drehen, wurde falsifiziert. Der aristotelische und ptolem\u00e4ische Geozentrismus war lediglich eine dogmatische Ausrichtung, die nicht aufrecht zu erhalten war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer also unter den Muslimen die Heilige Schrift konzentriert und mit naturwissenschaftlichem Bewusstsein liest, der muss bei dem Vers 38 aus Sure \u201eYa-Sin\u201c: \u201edie Sonne l\u00e4uft zu einem f\u00fcr sie bestimmten Aufenthaltsort\u201c aufhorchen und sich fragen, wie das denn mit einem Geozentrismus zu vereinbaren sei, der davon ausgeht, dass die Sonne in Kreisbahnen um die Erde kreise. Aber ein zielgerichteter Weg schlie\u00dft doch eine Kreisbahn aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im folgenden Vers der gleichen Sure \u201eYa-Sin\u201c erf\u00e4hrt der Leser bez\u00fcglich der t\u00e4glich wechselnden Form des Mondes: \u201eUnd dem Mond haben Wir [Allah] das rechte Ma\u00df in Himmelspunkten festgesetzt\u201c. Auch das ist mit Geozentrismus nicht vereinbar, da nicht nur dem Mond, sondern gleichzeitig auch der Sonne Himmelspunkte zuerteilt werden m\u00fcssten. Im Gegenteil unterstreichen dieser Vers sowie die folgenden beiden Verse aus Sure \u201eDie Sonne\u201c: \u201eBei der Sonne und ihrer Morgenhelle und dem Mond, wenn er ihr folgt\u201c, dass die Sonne in der Hierarchie der Himmelsk\u00f6rper h\u00f6her als der Mond sein muss. Wichtig ist, dass hiermit nicht die scheinbare Abfolge aus der Sicht der Erdenbewohner gemeint ist, da zuweilen ja der Mond zeitlich vor der Sonne aufgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann st\u00f6\u00dft der Leser in derselben Sure \u201eYa-Sin\u201c auf die Verse \u201eWir ziehen vor ihr [der Nacht] den Tag weg\u201c (37) und \u201eWeder ziemt es der Sonne, den Mond einzuholen, noch wird die Nacht dem Tag zuvorkommen, alles schwimmt in einer (jeweils eigenen) Laufbahn\u201c (40), was eindeutig weder ein geozentrisches noch ein heliozentrisches Weltbild zul\u00e4sst, denn alles bewegt sich, ausnahmslos alles.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und was die drei wichtigen Himmelsk\u00f6rper \u2013 Sonne \u2013 Erde \u2013 Mond \u2013 betrifft, so stehen sie zueinander in einem hierarchischen Verh\u00e4ltnis, das die Sonne zentralisiert und den Mond auf die untere Ebene stellt, da er der Sonne folgt und durch die Winkel zur Erde, also durch seine Himmelspunkte, seine scheinbaren Formen erh\u00e4lt. Die nach der Sch\u00f6pfung der Sonne hingebreitete und rotierende Erde muss sich also um die Sonne drehen und der Mond um die Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch ist das System nicht heliozentrisch, da die Sonne weder im Zentrum des Weltalls steht, noch immobil ist, sondern auf einer ihr zugewiesenen Laufbahn einem bestimmten Aufenthaltsort zul\u00e4uft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit zu den kosmologischen Informationen, die wir aus erster Hand aus dem Koran erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommen wir schlie\u00dflich zum Thema Forschung, speziell was zum Thema Kosmologie noch nicht im Koran erw\u00e4hnt ist. Sollen wir uns dar\u00fcber hinaus noch anstrengen, um noch mehr Wissen zu erhalten? Und wenn \u201eja\u201c, wie?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die islamische Lehre bejaht ganz deutlich, dass der Mensch sich \u00fcber die Informationen hinaus, die er aus dem Koran erh\u00e4lt, noch mehr Wissen aneigne. Dazu lehrt Allah in Seinem Heiligen Koran die Gl\u00e4ubigen, zu schauen aber nicht zu vermuten. Wir lesen in den Suren \u201eDie Spinne\u201c und \u201eDer Stern\u201c:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eSag: Reist auf der Erde umher und schaut,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wie Er [Allah]die Sch\u00f6pfung am Anfang<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">[das erste Mal] gemacht hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Der Heilige Koran, 29, 19-20)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eVermutungen n\u00fctzen nichts gegen\u00fcber der<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wahrheit [Wirklichkeit].\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Der Heilige Koran, 53, 28)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit stand die Position des Islam. Es gibt eine Wirklichkeit, die sich von der Unwirklichkeit abgrenzen l\u00e4sst. Das Aufstellen von Vermutungen ist eine ung\u00fcltige Arbeitsweise, da sie leicht in die Irre f\u00fchren und so zu einer Quelle unwahrer Aussagen werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb gilt es nach der Wirklichkeit zu forschen. \u201eReist auf der Erde umher und schaut\u201c, wie Allah die Welt, die Erde, die Lebewesen oder die vergangenen V\u00f6lker geschaffen hat, ist eine Einladung an den Menschen, systematisch Daten \u00fcber die geschaffenen Dinge und Lebewesen auf dieser Welt zusammenzutragen, so dass sie uns als Beweis dienen, dass es keinen Gott au\u00dfer Allah gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Methode des richtigen Hinschauens sollte Schule machen, denn ab dem siebenten Jahrhundert nahmen die Muslime des entstehenden Islamischen Weltreichs die Worte in ihrer Heiligen Schrift sehr ernst und begannen zu forschen. Sie erlebten eine kulturelle Bl\u00fcte und einen achtjahrhundert Jahre dauernden wissenschaftlich-technischen Vorsprung vor dem Abendland. W\u00e4hrend dieser Zeit flossen Entdeckungen, Erfindungen, Ideen und damit zusammenh\u00e4ngend neue Begriffe im Rahmen eines Kulturtransfers aus den islamischen L\u00e4ndern in das Abendland. Erst nach dem Ende des Mittelalters kam dieser Transfer zum Erliegen, und das Abendland baute seinen eigenen wissenschaftlich-technischen Fortschritt auf jenen Grundlagen aus dem islamischen Erbe des Morgenlandes auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Skizze nach Al-Biruni stellt die relativen Positionen zwischen Sonne, Erde und Mond dar. Al-Biruni erkannte richtig, dass die scheinbar sich t\u00e4glich \u00e4ndernde Gestalt des Mondes der Teil seiner erhellten Seite ist, die zur Erde geneigt ist. 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