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{"id":1412,"date":"2015-03-20T12:59:22","date_gmt":"2015-03-20T12:59:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?page_id=1412"},"modified":"2020-02-17T21:43:32","modified_gmt":"2020-02-17T21:43:32","slug":"muslim-sein-im-abendland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?page_id=1412","title":{"rendered":"Muslim sein im Abendland"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/farm9.staticflickr.com\/8172\/7997438130_03aabd8128_n.jpg\" alt=\"GetAttachment 3\" width=\"342\" height=\"426\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was macht ein Muslim, wenn er krank ist? Er geht zum Doktor und l\u00e4sst sich Medizin verschreiben. W\u00e4hrend seines Krankseins bittet er Gott um Genesung, aber er achtet darauf, dass er seine Medizin p\u00fcnktlich einnimmt, regelm\u00e4\u00dfig den Doktor zur Nachuntersuchung aufsucht, und so weiter. So handelt der Muslim im Sinne seiner Religion, des Islam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn was die Frage der g\u00f6ttlichen Vorbestimmung und des eigenst\u00e4ndigen menschlichen Handelns nach gesundem Menschenverstand betrifft, so besteht in beiden nach islamischer Lehre keine Gegens\u00e4tzlichkeit. Es gibt keinen Fatalismus, kein Nichtstun einerseits und kein absolutes, ausschlie\u00dfliches Selbstbestimmungsrecht andererseits. Handeln im Sinne des menschlichen Wohlwollens verbunden mit der g\u00f6ttlichen F\u00fcgung, wodurch das Handeln gar erst m\u00f6glich gemacht wird, ist ein Prinzip des Islam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hei\u00dft, dass im oben genannten Beispiel das Wissen und die F\u00e4higkeit des Doktors oder die M\u00f6glichkeit an Medizin zu gelangen genauso zur F\u00fcgung geh\u00f6ren, wie die Wirksamkeit und die Richtigkeit des Medikamentes und die anschlie\u00dfende Gesundung des Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fragen wir, was dagegen ein Christ machen m\u00fcsste, wenn er krank ist? Nun, theoretisch m\u00fcsste er zur Kirche gehen, oder einen Priester zu sich nach Hause bestellen. Er m\u00fcsste beichten, da die Krankheit nach christlicher Auslegung eine Strafe Gottes sei. Er sei also als ein S\u00fcnder entlarvt. Dann m\u00fcsste er um Gesundheit beten. Ebenso wenig wie zum Gang zum Doktor w\u00fcrde er zum Studium der Medizin ermutigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit w\u00fcrde er sich als Christ auf das Heilige Buch der Christenheit berufen, das die Worte ihres Religionsstifters, Paulus von Tarsus, festgehalten hat: <em>Es hei\u00dft n\u00e4mlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen und die Klugheit der Klugen verschwinden\u2026 Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt f\u00fcr Torheit erkl\u00e4rt?<\/em> (1 Kor 1,19\u201325). So hatte Paulus von Tarsus f\u00fcr seine christliche Nachkommenschaft jedes irdisch vern\u00fcnftige Handeln, und dazu geh\u00f6rte medizinischer Fortschritt, untersagt. In dualistischer Weise trennte er alles weltlich Fleischliche von himmlisch Geistigem. Das Weltliche nannte er schlecht, das Geistige gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So war er an erster Stelle daf\u00fcr verantwortlich, f\u00fcr die tausend Jahre Mittelalter T\u00fcr und Tor der wissenschaftlichen Erleuchtung, dem materiellen Fortschritt und der humanit\u00e4ren Lebensverbesserung verschlossen zu haben. Und da die medi\u00e4vale Christenheit die Worte der Bibel noch f\u00fcr bare M\u00fcnze nahmen, hielten sie sich auch wirklich an Paulus Worte und bildeten keine \u00c4rzte aus, bauten keine Krankenh\u00e4user und verbrannten Bibliotheken mit all den Best\u00e4nden, die die Menschheit zu jener Zeit an wissenschaftlichen Werken besa\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann kam die Wende! Zuerst zeichnete sich im zw\u00f6lften und dreizehnten Jahrhundert ein Wille zum wissenschaftlichen Aufstieg ab. Pionierleistungen wie die Roger Bacons wurden jedoch zun\u00e4chst von der Kirche im Keim erstickt. Aber ein endg\u00fcltiger Durchbruch gelang im sechzehnten bis achtzehnten Jahrhundert. Humanisten, S\u00e4kularchristen, Philosophen der Erleuchtung bereiteten den Weg ins moderne Abendland. Das Christentum wurde anschlie\u00dfend stark reformiert oder unterstand einer Revision.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittlerweile sind wir auch nicht mehr im Mittelalter, es wurden Krankenh\u00e4user er\u00f6ffnet, wissenschaftliche Forschung get\u00e4tigt, \u00c4rzte ausgebildet und vor allem den Menschen mitgeteilt, dass die Macht der Worte des Paulus und der Kirche im t\u00e4glichen Leben jetzt ein Ende habe. Die moderne Denkweise bildete sich heraus, dass man nunmehr im Falle einer Krankheit zum Doktor gehe und nicht in die Kirche und dass man Medizin einnehme und nicht ausschlie\u00dflich beichte und bete!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnliche Vergleiche lassen sich an Beispielen wie Astronomie, Mathematik, Geographie, Chemie, Physik, Biologie machen. Vom Christentum verp\u00f6nt, vom Islam mit Glaube in Einklang gebracht, hielten die wissenschaftlichen Branchen im Laufe des Mittelalters Einzug zuerst in die morgenl\u00e4ndische und anschlie\u00dfend von da aus in die abendl\u00e4ndische Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das geschah auch nicht reibungslos. Nehmen wir das Beispiel Thomas von Aquin. Er setzte seine gesamte Kraft daran, um die T\u00fcren vor den philosophischen Ideen Ibn Ruschds, bekannt unter der Bezeichnung Averroismus, zu verschlie\u00dfen. Er entzog der Universit\u00e4t zu Paris die Genehmigung Averroismus zu lehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Widerstand der Christen gegen\u00fcber wissenschaftlichem Fortschritt zum Wohle der Menschheit wurde erst gebrochen, als sich das Christentum reformiert und Abstand von der w\u00f6rtlichen Auslegung genommen hatte und nachdem alles Religi\u00f6se in die Kirche und auf den Sonntag verlegt worden war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Christentum hatte sich dem Islam gegen\u00fcber stets in einer Konkurrenzsituation gef\u00fchlt. Nicht nur der medi\u00e4vale katholische Widerstand gegen\u00fcber s\u00e4kularen Ideen aus dem Morgenland, sondern auch die Kreuzz\u00fcge, und sp\u00e4ter die Verheimlichung des arabischen Einflusses auf die abendl\u00e4ndische christliche Welt seitens der S\u00e4kularchristen zeugen von diesen Gef\u00fchlen. Ferner war den Christen, als sie das erste Mal mit Muslimen in Kontakt kamen, der Islam vollkommen unbekannt. Im Gegenteil kannten Muslime das Christentum durch die zahlreichen Koranverse, in denen seine Ideen, Sektenbildung und Geschichte erw\u00e4hnt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Andalusien, Sizilien oder die Kreuzfahrerstaaten kam es sp\u00e4ter dann trotz des christlichen Widerstandes zur Aufnahme humanistischer und wissenschaftlicher Erkenntnisse: Arabische Ziffern, Dezimalsystem, mathematische und trigonometrische Formeln str\u00f6mten ins Abendland. Medizinische und anatomische Werke erreichten europ\u00e4ischen Boden. Arabische W\u00f6rter, wirtschaftliche und politische Konzepte und Polizeiwesen flossen in europ\u00e4ischen Sprach- und Herrschaftsraum. Die arabische empirische Forschungsmethode siegte \u00fcber die abendl\u00e4ndische christliche Scholastik. Moderne Konzepte des heliozentrischen Weltsystems fegten alte christliche Vorstellungen \u00fcber eine scheibenf\u00f6rmige, fixe und zentral gelegene Erde von der Bildfl\u00e4che. Gerechte Verteilung der Reicht\u00fcmer, basierend auf Abgaben der Reichen zum Profit der unteren Gesellschaftsschicht, ersetzte den Feudalismus. Und vor allem lernte das christliche Abendland Gerechtigkeit und Richten nach Ma\u00df. Konstitutionen sollten geschrieben werden, Recht und Unrecht sollten klar definiert sein, jeder sollte nur f\u00fcr die eigenen Taten verantwortlich sein. Die fatale allt\u00e4gliche Umsetzung des Glaubens an den S\u00fchnetod sollte gestoppt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfangs lie\u00df sich das Abendland belehren, aber es wurde anschlie\u00dfend unabh\u00e4ngig. Es reproduzierte bald nicht mehr, sondern produzierte selber. Die Wurzeln des arabischen Gewusst-wie-zu-leben blieben bestehen. Die Fundamente f\u00fcr eine neu aufstrebende abendl\u00e4ndische Gesellschaft, welche humanistisch, empirisch, wissenschaftlich dachte, waren vom islamischen Arabertum gelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann begann die Neuzeit. Zwischen den nunmehr in den Verfall gest\u00fcrzten muslimischen Zivilisationen, vom Maghreb bis zum indischen Subkontinent, und den neu hervorgetretenen abendl\u00e4ndischen Nationen gab es sodann weitere gro\u00dfr\u00e4umige Begegnungen. Die abendl\u00e4ndischen Kolonialm\u00e4chte begannen die muslimische Welt zu kolonisierten. Nicht mehr dominierte das Morgenland, sondern die s\u00e4kular-christliche Welt Europas und Nordamerikas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann kamen die beiden Weltkriege des zwanzigsten Jahrhunderts, welche zusammen mit den industriellen Revolutionen eine noch nie vorher dagewesene Situation einleiteten: einen wirtschaftlichen Aufschwung unbekannter Gr\u00f6\u00dfe und der Beginn einer neuen \u00c4ra, n\u00e4mlich die der Globalisierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das hatte zur Folge, dass sich die V\u00f6lker vermischten: hatten die Abendl\u00e4nder anfangs das Morgenland kolonialisiert, so kamen anschlie\u00dfend die V\u00f6lker des Morgenlandes arbeitssuchend ins Abendland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und was fanden sie vor? Eine Zivilisation, in der Gesetz, Recht und Ordnung, Toleranz, Gerechtigkeit, Sanftmut, F\u00fcrsorge, Disziplin, Wille zur Arbeit und zum Dazulernen, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Fortschritt, empirische Forschungsmethoden herrschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ank\u00f6mmlinge breiteten sich im Abendland aus. Aber bald kam die gro\u00dfe Versuchung. Und diese stellte sich auch noch zweifach heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele dieser Ank\u00f6mmlinge waren ungebildet und brachten neben einer Religion auch noch nationale oder regionale Sitten und Traditionen mit. Schnell wurden Islam und Sitten verwechselt. Man hatte auch schon lange die wertvollen Eigenschaften der islamischen Zivilisation, wie sie einst geherrscht und das Abendland beeinflusst hatte, vergessen. Und als man die abendl\u00e4ndische Grunds\u00e4tzlichkeit sp\u00fcrte, dachte man ein der eigenen Religion weit voraus stehendes Gesellschaftsmodell vor Augen zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So f\u00fchlten sich die Einen minderwertig und versuchten die Gesellschaft des Immigrationslandes zu imitieren. Wiederum andere f\u00fchlten sich \u00fcberlegen und versuchten alles \u201ewestliche\u201c als nicht vereinbar mit der eigenen Religion und Lebensweise von sich zu schieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so wie viele Muslime es selber sahen, nahmen es auch zahlreiche Abendl\u00e4ndler wahr. Als un\u00fcbertrefflich und tonangebend erkennen sie ihre eigene Rechtstaatlichkeit, ihr Demokratie- und Freiheitsverst\u00e4ndnis, ihre wirtschaftliche und wissenschaftliche Dominanz. Sie empfinden Muslime weniger diszipliniert, zweitrangig, nicht in der Lage die Feinheiten des Lebens zu erfassen. Und sie denken, dass ein Hemmfaktor des materiellen und politischen R\u00fcckstands ihre Religion, der Islam sei. So lasten sie Unsitten wie Anarchie, Ehrenmorde, Zwangsverheiratung der Religion an und denken, dass praktizierende Muslime in das angeblich DUNKLE Mittelalter zur\u00fcck fallen wollten. Kurz, es herrscht auf beiden Seiten bei vielen Menschen die Meinung, dass zwischen Islam und abendl\u00e4ndischer Lebensweise Welten l\u00e4gen. Und wie auch schon das Christentum m\u00fcsse der Islam reformiert werden, so dass es den Muslimen erleichtert sei, sich anzupassen und zu integrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, dieses sind unbestreitbar Klischees, die h\u00e4ufig und gerne verbreitet werden. Genau an diesem Punkt liegt n\u00e4mlich der Fehlschluss, dass es nicht die Religion ist, sondern die Menschen, die ein Zerrbild herstellen. Zahlreiche Muslime, aber auch Nicht-Muslime pr\u00e4sentieren den Islam auf ihre Weise, nach ihrem Verst\u00e4ndnis, zuweilen schon mit Vorurteilen im Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber der Einwand ist, dass, so wie es um jede Disziplin bestellt ist, man sich von fachkundlichen, in diesem Fall von muslimischen Lehrern unterrichten lasse, um die theoretischen Grundz\u00fcge des Islam zu verstehen und seine Unterweisungen zu lernen. Wie f\u00fcr jedes andere Wissensgebiet ist erst nach diesem ersten Schritt die Voraussetzung f\u00fcr ein vorurteilsfreies Ermessen gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur so wird sich der Horizont f\u00fcr jedermann \u00f6ffnen und wird der Unterschied zwischen dem, was zum Islam geh\u00f6rt, und dem, wie Muslime handeln, erkannt werden. Dann entdeckt man:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Der Islam ist die Religion per Exzellenz, die Gott als Einzigen, als Sch\u00f6pfer und Alleinherrscher \u00fcber die Welt und die Menschen anerkennt.<\/li>\n<li>Nur der Islam kann sich die Religion nennen, die zu allen Zeiten, auf jedem Fleck der Erde und an alle V\u00f6lker gleich gerichtet ist.<\/li>\n<li>Die wahre Ehre des Menschen ist, sich als Gesch\u00f6pf lediglich vor seinem Sch\u00f6pfer zu verbeugen.<\/li>\n<li>Alle Menschen sind von Natur aus gleich, sie zeichnen sich lediglich vor Gott durch Fr\u00f6mmigkeit und gute Taten aus.<\/li>\n<li>Gott verlangt von den Menschen nicht nur Beten, Fasten und Wallfahren, sondern auch ein reines, vortreffliches Handeln gegen\u00fcber den Mitmenschen und der uns anvertrauten Umwelt, das so perfekt ausgef\u00fchrt sei, <em>als s\u00e4hen sie Gott vor sich<\/em>.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eLies!\u201c war das erste Wort, das Gott vom Koran offenbarte. Und zahlreich sind die Worte des Propheten, die die Gl\u00e4ubigen zum Lernen auffordern. Lernen und Wissen ist ein Weg zu Gott, ob es sich dabei um religi\u00f6ses oder sozusagen <em>s\u00e4kulares<\/em> Wissen handelt. Und wenn dem so ist, dann kann kein Mensch f\u00fcr Unwissen entschuldigt sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann erkennt jeder, dass weder Faulheit, noch Begierde, noch Zwangsverheiratung, noch Anarchie, noch Ehrenmorde ihren Platz im Islam haben, sondern dass jeder Muslim durch seine Religion dazu aufgerufen ist, arbeitsam und gen\u00fcgsam zu sein, weder seine Kinder zur Heirat zu zwingen noch sie zu t\u00f6ten, und sich f\u00fcr Recht, Ordnung und Wohlstand einzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So seien einer wie alle informiert, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und die empirische Forschungsmethode zur Zeit des arabischen goldenen Zeitalters nur herbeigef\u00fchrt werden konnten, weil der Islam f\u00fcr solche Arbeiten Raum und Bedingungen schafft. Ohne Islam h\u00e4tte es einen anderen Verlauf der Geschichte der Wissenschaften gegeben. Ganz sicher h\u00e4tte die Entwicklung viel sp\u00e4ter eingesetzt. Die arabischen Ziffern, das Dezimalsystem, zahlreiche mathematischen Formeln und medizinische Erkenntnisse, geographische und astronomische Berechnungen, Chemie und Pharmazie w\u00e4ren vielleicht auf anderen Wegen zu uns gekommen. Dann h\u00e4tte es eine andere Gr\u00f6\u00dfe geben m\u00fcssen, die das Abendland ermutigt h\u00e4tte Fortschritte in Wissenschaft und Humanismus zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man wisse n\u00e4mlich, dass die Wissenschaft humanistischen Bed\u00fcrfnissen dient. Medizinische Erkenntnisse, Ausbildung von \u00c4rzten und der Bau von Krankenh\u00e4usern dienten dem menschlichen Wohl und Gesundheit. F\u00fcr die Kontrolle der Apotheker und H\u00e4ndler auf sorgsame Arbeit wurde das erste Polizeiwesen etabliert. Astronomische und geographische Erkenntnisse dienten den Kartographen, was das Reisen und den Handel auf dem Land und zur See erleichterte. Landwirtschaftliche Revolutionen erh\u00f6hten die Ernteertr\u00e4ge. Ingenieure erarbeiteten die ersten Maschinen und Energiegewinnungsprojekte. Schon zurzeit der Araber wurden Hydro- und Windm\u00fchlen konstruiert und unter die Bev\u00f6lkerung gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Recht und Ordnung verallgemeinert wurde, liegt in der Neigung des Islam zugunsten des Gesetzes begr\u00fcndet. Allah hat Seine gesamte Sch\u00f6pfung Regelm\u00e4\u00dfigkeiten und Naturgesetzen unterstellt und das gesittete Miteinander der Menschen durch gesellschaftliche Gesetze geregelt. Die Gesamtheit all dieser Bestimmungen ist in einer Art g\u00f6ttlichem Grundgesetz, der <em>Scharia<\/em>, festgehalten. Dieser Jurisprudenz zugrunde liegend konnten wirtschaftliche und politische Konzepte erarbeitet, und darauf aufbauend ein islamischer Rechtsstaat gegr\u00fcndet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bildung, pers\u00f6nliche Entfaltung, Polizeiwesen, redliche Verteilung der Reicht\u00fcmer, Gerechtigkeit in der Rechtsprechung hie\u00dfen die Schlagworte der Muslime in ihrem goldenen Zeitalter. Sie gaben sie dem Abendland weiter, aber verga\u00dfen sie bei sich selber weiterhin durchzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgender gro\u00dfartiger Vers sollte auch Basis f\u00fcr abendl\u00e4ndische Gerechtigkeit werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Keine lasttragende (Seele)\u00a0<\/em><em>nimmt die Last einer anderen auf sich.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Und wenn eine Schwerbeladene (Seele)\u00a0<\/em><em>(zum Mittragen) ihrer Last aufruft,<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>wird nichts davon (f\u00fcr sie) getragen,\u00a0<\/em><em>und handele es sich dabei um einen Verwandten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Der heilige Koran, 35, 18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder erwachsene, geistig gesunde Mensch ist f\u00fcr seine eigenen Taten verantwortlich. Weder christliche Erbs\u00fcnde noch S\u00fchnetod herrschen in den Gerichtss\u00e4len der abendl\u00e4ndischen Justizpal\u00e4ste, wohl aber islamischer Gerechtigkeitssinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich haben viele Abendl\u00e4ndler gemerkt, dass trotz einiger geringf\u00fcgiger Unterschiede im Detail die wirkliche Leitkultur Europas eine islamische ist. Das ist der Grund daf\u00fcr, dass zahlreiche Abendl\u00e4ndler dann einen \u00dcbertritt zum Islam nicht als Widerspruch zur abendl\u00e4ndischen Gesellschaft empfinden, sondern als eine Bereicherung, als einen Gleichklang. Sie leben als \u00fcberzeugte Muslime in Harmonie mit ihrer alten, allt\u00e4glichen Umgebung und ihrer neuen Religion, dem Islam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht ein Muslim, wenn er krank ist? Er geht zum Doktor und l\u00e4sst sich Medizin verschreiben. 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