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{"id":2985,"date":"2020-02-18T20:52:40","date_gmt":"2020-02-18T20:52:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?page_id=2985"},"modified":"2020-09-06T11:37:23","modified_gmt":"2020-09-06T11:37:23","slug":"von-jesus-bis-zum-islam-ein-chronologischer-abriss","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?page_id=2985","title":{"rendered":"2. Von Jesus bis zum Islam: ein chronologischer Abriss"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-2952\" src=\"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie.jpg 2376w, https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03084-Copie-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03071-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-2951\" src=\"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/DSC03071-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"260\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><u>Jesus und sein engster Kreis<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen wir vorweg einen chronologischen Abriss der Geschehnisse. Der Messias Jesus, Sohn der Maria, wurde als letzter Prophet zu den Kindern Israels gesandt, zu einer Zeit, da Pal\u00e4stina der r\u00f6mischen Besatzungsmacht unterworfen war. Der Messias hatte den Menschen eine Botschaft zu vermitteln, er predigte deshalb das <em>Evangelium<\/em>. Jesus selber geh\u00f6rte den Kindern Israels an und lebte seine Religion, zu der ein detailliertes Gesetzesverst\u00e4ndnis geh\u00f6rte. Um die Wahrhaftigkeit seiner Predigten zu untermauern, erlaubte ihm Gott Wunder auszuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So gewann er Gl\u00e4ubige hinzu, es waren diejenigen, die sein messianisches Amt und seine Botschaft f\u00fcr wahr hielten und best\u00e4tigten, sie nannten sich <em>Saddikiten<\/em>. Einige dieser Gl\u00e4ubigen, die besonders standhaft waren, zeichneten sich durch die F\u00e4higkeit aus Apostel zu werden. Es gab 12 von ihnen, darunter (in lateinischen Namen) sein Cousin Jakobus, Sohn des Alph\u00e4us; Caiphas Petrus; die Br\u00fcder Johannes und Jakobus, S\u00f6hne des Zebed\u00e4us; Thomas Judas; Bartholom\u00e4us\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es hatte sich aber auch eine Gruppe Feinde gebildet, die Jesu Aufruf zum Glauben sabotieren und ihn t\u00f6ten wollten. Diesen Unglauben nahm Jesus wahr und fragte zum Ende seiner Sendung seine Apostel, ob sie seine Helfer (Nazarener) auf dem Weg zu Gott sein wollten. Sie bejahten. Ihre Aufgabe bestand darin, als Wanderapostel in Pal\u00e4stina und au\u00dferhalb Gemeinden der Kinder Israels aufzusuchen und ihnen die Frohbotschaft des <em>Evangeliums <\/em>zu vermitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die im <em>Evangelium<\/em> enthaltene Botschaft war schwerwiegend. Selbst die Apostel fanden ihren Auftrag herausfordernd, zumal sie sich von Ungl\u00e4ubigen umgeben sahen. Deshalb baten sie den Messias um ein weiteres Wunder: um die Niedersendung eines gedeckten Tisches. Es war ein Festessen f\u00fcr jeden, ein Abendmahl, an das aber eine Bedingung gekn\u00fcpft war: wer nach diesem deutlichen Zeichen noch ungl\u00e4ubig blieb, den wolle Gott strafen, wie Er sonst niemanden straft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am letzten Tag auf Erden hatte der Messias Jesus sich noch einmal mit seinen Aposteln versammelt und trug ihnen aus dem <em>Evangelium<\/em> vor. Dabei k\u00fcndigte er ihnen seine baldige Himmelfahrt an, das Kommen des Endzeitpropheten mit Namen \u201eAhmad\u201c, gesandt an alle V\u00f6lker der Erde, und schlie\u00dflich seine eigene Wiederkunft kurz vor dem J\u00fcngsten Tag. Und im Zusammenhang mit dem Auftreten des Propheten Ahmad k\u00fcndigte er auch das Eintreten des <em>Reiches Gottes auf Erden<\/em> an. Er rezitierte aus dem <em>Evangelium<\/em> die Parabel \u201e<em>eines Getreidefeldes, das seine Triebe hervorbringt und dann st\u00e4rker werden l\u00e4sst, so dass sie verdicken und ebenm\u00e4\u00dfig auf ihren Halmen stehen, so dass es den Anbauern gef\u00e4llt. (Dies,) damit Er die Ungl\u00e4ubigen durch sie ergrimmen lasse\u201c<\/em>.<\/p>\n<p><em><u>Die Spaltung: Nazarener und Christen<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die Ungl\u00e4ubigen blieben nicht fern, man beging Verrat, um den Messias zu verhaften. Doch Gott vereitelte ihren Plan und rettete Seinen Messias, indem Er ihn in den Himmel heben lie\u00df. Stattdessen verhafteten die Ungl\u00e4ubigen im Tumult und im Dunkel der Nacht eine andere Person und kreuzigten sie. Es erschien ihnen, dass er der Messias sei, aber sicher waren sie nicht. Die engsten Vertrauten des Messias wussten, was geschehen war. Sie sagten den Leuten, dass der Messias lebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere glaubten den Worten der Juden, der Gekreuzigte sei der Messias gewesen. Diese Gemeinde bestand haupts\u00e4chlich aus hellenistischen (griechisch sprechenden) Juden, die eine Lehre befolgten, nach der der Messias auch der in der <em>Septuaginta<\/em> (griechische \u00dcbersetzung des Alten Testaments) erw\u00e4hnte Endzeitprophet gewesen sei. Nach ihrem Verst\u00e4ndnis sei der Erwartete der K\u00f6nig, der die verhassten R\u00f6mer besiegen sollte. Als sie aber von der angeblichen Kreuzigung h\u00f6rten, begannen sie diese sogenannte Niederlage zu interpretieren und stellten die angebliche Kreuzigung als einen Sieg \u00fcber den Tod dar. Und diese Jesusgl\u00e4ubigen, die ihr Zentrum in Antiochien hatten, wurden zuerst <em>Jess\u00e4er<\/em>, dann <em>Christen<\/em> genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Himmelfahrt des Messias wurde Jakobus, Sohn des Alph\u00e4us, als Gemeindevorsteher eingesetzt. Er hatte seinen Sitz in Jerusalem und sandte von dort aus die Nazarener auf Wandermission, um das <em>Evangelium<\/em> den <em>verlorenen Schafen<\/em> aus dem Hause Israels vorzutragen: nach Kleinasien, in die Dekapolis, nach \u00c4gypten und andere Gebiete. Die Nazarener blieben der Lehre des Messias treu, sie glaubten an Allah, Den Einen Gott; an die Propheten; an die von Allah gesandten Schriften; an den J\u00fcngsten Tag und an die Bestimmung. Aber vor allem best\u00e4tigten sie \u2013 wie der Messias ihnen gesagt hatte \u2013 dass er selber ein Diener Allahs war und dass der Endzeitprophet Muhammad und das <em>Reich Gottes auf Erden<\/em> zu erwarten war. Der Messias Jesus hatte auch ausdr\u00fccklich auf die Einhaltung der Gesetze aus der Tora und dem <em>Evangelium<\/em> hingewiesen.<\/p>\n<p><em><u>Paulus von Tarsus<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dieser Zeit geh\u00f6rte ein gewisser Pharis\u00e4er, namens Saulus von Tarsus, zu den Verfolgern der Nazarener. Er war Mitglied des K\u00f6nigshauses des Herodes und besa\u00df die r\u00f6mische Staatsb\u00fcrgerschaft. Als er auf dem Weg nach Damaskus war, mit dem Ziel dort Nazarener gefangen zu nehmen, hatte er ein Erlebnis, das einen kompletten Wandel in ihm herbeif\u00fchrte. Er konvertierte, trat zuerst der Nazarener-Gemeinde bei, wurde dann aber schnell wieder abtr\u00fcnnig und traf einige Jahre sp\u00e4ter in Antiochien auf die Sekte der Christen. Eigentlich wollte er eine J\u00fcdin namens Poppea heiraten, diese zog es jedoch vor, die Gemahlin von Kaiser Nero zu werden. Aus Liebeskummer habe Saulus sich vorgenommen das Judentum von Innen zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Saulus entwickelte also seine Lehre: Die im vormessianischen Judentum erwarteten beiden Gestalten, der Messias und der Endzeitprophet, seien identisch gewesen. Der weltliche Jesus sei gekreuzigt worden, auferstanden, in den Himmel gefahren und habe von dort aus als Christos ihm, dem Saulus, ein <em>Evangelium<\/em> offenbart. Laut dieses <em>Evangeliums<\/em> sei die Mission auch auf Heiden erweitert, denen die Person des Messias als ein Sohn Gottes dargelegt wurde. Das Gesetz der Tora habe keinen Wert mehr im Leben eines Gl\u00e4ubigen, da der Tod Christi die S\u00fcnden der Gl\u00e4ubigen getilgt habe. Saulus, der sich ab seinen Missionsreisen Paulus nannte, schrieb, dass, wenn das Gesetz noch G\u00fcltigkeit h\u00e4tte, Christos vergeblich gestorben sei. Paulus hatte nie den Messias Jesus getroffen, deshalb konnte er auch nicht den Titel \u201eApostel\u201c tragen.<\/p>\n<p><em><u>Nazarener versus Paulus<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nazarener h\u00f6rten von dieser neuen Sekte und von deren Verf\u00fchrer. Solange Paulus sich an Heiden wandte, war es ihnen egal, aber als er f\u00fcr seine Mission auch Synagogen als Anlaufstelle nutzte und Juden verf\u00fchrte, wurden sie ungem\u00fctlich. Es kam zu Kontroversen zwischen den ausgesandten Nazarenern und den Christen, es kam zum sogenannten \u201eantiochenischen Zwischenfall\u201c und \u00a0zum Apostelkonzil, in dem Paulus Auflagen gemacht wurden. Als er sich aber sp\u00e4ter nicht daran hielt, kam es zu Mission und Antimission in Kleinasien. Paulus hatte in Galatien, Ephesus, Korinth, Thessaloniki und anderen Gebieten und St\u00e4dten in Kleinasien und Griechenland in j\u00fcdischen Gemeinden seine christliche Auslegung der Geschehnisse verbreitet. Daraufhin sandte Jakobus aus Jerusalem seine Apostel, die Ausweise bei sich trugen, um den Gemeinden vor Ort ihr Nazarenertum zu bescheinigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man schrieb auch Gemeindebriefe, die zur Mission und Gegenmission genutzt wurden, um den Gemeinden die Grunds\u00e4tze des Nazarenertums und des Christentums darzulegen, aber auch um die gegnerische Seite zu widerlegen. So entstanden die Paulusbriefe und die apostolischen Briefe.<\/p>\n<p><em><u>Der weitere Geschichtsverlauf der Nazarener<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber was passierte mit den Nazarenern? Auf der Westseite des Jordans begann erst einmal der j\u00fcdische Krieg gegen die R\u00f6mer, der desastr\u00f6s im Jahre 70 mit der totalen Zerst\u00f6rung Jerusalems endete. Die Nazarener hatten zuvor den Befehl des Messias befolgt, die Stadt Jerusalem vor Beginn der Belagerung zu verlassen. Signal f\u00fcr die Auswanderung war das Martyrium des Jakobus im Jahre 62.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie verlie\u00dfen die Westjordanseite und begaben sich in die Stadt Pella ins Ostjordanland. Dort \u00fcberlebten sie tats\u00e4chlich den Krieg der R\u00f6mer gegen die Juden. Sie verbreiteten sich im Orient und von dort aus in s\u00fcdliche Richtung und waren als <em>Ebioniten<\/em> (die Armen) bekannt. Sie fuhren auch die Mission fort: Sie riefen die S\u00f6hne Israels dazu auf, an den Messias zu glauben, dass er lebend in den Himmel gefahren und dass ein anderer am Kreuz gestorben war. Sie erkl\u00e4rten, dass es nur so ausgesehen habe, der Messias w\u00e4re der Gekreuzigte gewesen. Deshalb nannte man sie Doketisten (Diejenigen, denen es erschien). Sie riefen auch auf, den Worten des Messias und dem Evangelium zu folgen und darauf zu warten, dass der Endzeitprophet Muhammad\/Ahmad in der W\u00fcste nahe des Gebirges <em>Paran<\/em> aus dem Stamm <em>Kedar<\/em>, Sohn des Ismaels, auftreten und dann nach Ribath Kadesch auswandern werde. Sie erinnerten auch daran, das mosaische Gesetz weiter einzuhalten. Das hatte der Messias so gemacht und auch die Apostel und Nazarener nach ihnen. Gleiches habe G\u00fcltigkeit bis zum Auftreten Muhammads.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant ist auch ihre Art zu leben: ihre Gemeindemitglieder lebten in G\u00fctergemeinschaften, sie hatten strenge Gemeinderegeln und lebten in geordneten Tagesabl\u00e4ufen. Sie beteten gemeinsam, rezitierten das <em>Evangelium<\/em> w\u00e4hrend langer N\u00e4chte und fasteten. Einige gestatteten die Aufnahme ganzer Familien, andere forderten Z\u00f6libat. Jeder stellte seine Kenntnisse und sein K\u00f6nnen der Gemeinschaft zur Verf\u00fcgung: Schreiner, G\u00e4rtner, \u00c4rzte\u2026 Der alexandrinische Jude Philo schrieb \u00fcber eine Gemeinde, die sich am See Mareot angesiedelt hatte. Philo nannte sie <em>Therapeuten<\/em>, weil sie Heilpflanzen anbauten und Kranke behandelten. Aus diesen Gemeinden entwickelte sich das M\u00f6nchtum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere nazarenische Gemeinden siedelten sich \u00fcber Arabien bis in den Jemen an, in \u00c4thiopien war das aksumitische K\u00f6nigreich bekannt f\u00fcr seine nazarenische Tradition. Dann gab es vereinzelte nazarenische Gemeinden in Syrien, Kleinasien und in Persien. Dieses entwickelte zum Einsiedlerm\u00f6nchtum.<\/p>\n<p><em><u>Der weitere Geschichtsverlauf der Christen<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen war der Weg schon durch Paulus gebahnt, als er nach Kleinasien, Griechenland und Rom gezogen war. Das R\u00f6mische Reich befand sich auf dem Zenit seiner Macht. Von Nordirland erstreckte es sich bis nach Nordafrika und von Spanien nach Pal\u00e4stina. Es umfasste ununterbrochen das Mittelmeer. Aber das Paulinische Christentum entwickelte sich zum Katholischen, indem die lateinischen Kirchenv\u00e4ter es r\u00f6mischer traditioneller Religionen anpassten. Zuerst wurde das Osterfest r\u00f6mischen Ma\u00dfst\u00e4ben angepasst. Dann nahmen ab dem\u00a0 vierten Jahrhundert die r\u00f6mischen Kaiser das Christentum an. Und so gab es durchaus Zerrei\u00dfproben. Der entstandene trinitarische Katholizismus, der Dogmen wie Dreifaltigkeit und Wesensgleichheit lehrte, wurde durch den monotheistischen Arianismus herausgefordert, konnte sich aber im Jahre 325 im Niz\u00e4ischen Konzil unter Kaiser Konstantin I durchsetzen. Zu dieser Zeit wurde auch das Weihnachtsfest aus dem r\u00f6mischen Heidentum \u00fcbernommen.<\/p>\n<p><em>\u00a0<u>Nazarener vor dem Islam<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zu Beginn des vierten Jahrhunderts war das R\u00f6mische Reich durch mehrere Christenverfolgungen gekennzeichnet, darunter litten auch die Nazarener. Nach dem Triumph des Christentums durch die Konversion r\u00f6mischer Kaiser zum Katholizismus begannen sich christliche Gruppen untereinander zu bek\u00e4mpfen. Alles, was nicht Katholisch war, wurde in Ketzerkatalogen aufgelistet und verfolgt. Eine aus katholischer Sicht h\u00e4retische Gruppe waren die Nazarener, die ab Kaiser Konstantin f\u00fcr 350 Jahre verfolgt wurden. Sie wurden gen\u00f6tigt, den Glauben an den Gottessohn und an die Dreifaltigkeit anzunehmen und dem monotheistischen Glauben und dem mosaischen Gesetz abzuschw\u00f6ren. Auch sollten sie sich vom Glauben an den Endzeitpropheten lossagen. Folglich schwanden die Gemeinden der Nazarener in den von Rom verwalteten Gebieten: in Kleinasien, dem Orient und \u00c4gypten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Problem war die Entfernung von der reinen Lehre innerhalb der nazarenischen Gemeinden. Speziell um den Begriff der Scheinkreuzigung drehten sich zahlreiche philosophische Auslegungen und Anreicherungen. Neue Sekten entstanden, wie zum Beispiel der Gnostizismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So war kurz vor Anbruch des islamischen Zeitalters im R\u00f6mischen Reich fast keine Spur der reinen Lehre des Messias mehr vorhanden. Der ehemalige zum Nazarenertum konvertierte Perser, Salman al-Farisi, dokumentiert uns die Lage zu Beginn des siebenten Jahrhunderts: es gab nur noch vereinzelt, hier und dort, nazarenische Einsiedlerm\u00f6nche oder Kl\u00f6ster.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber im syrischen Basra, da gab es gerade noch ein solches Kloster. Und so schrieb man bald das Jahr 582, als ein zw\u00f6lfj\u00e4hriger Junge namens Muhammad Sohn des Abdullah zusammen mit seinem Onkel Abu Talab in einer Karawane aus dem fernen Mekka kommend in Basra eingetroffen war. Sie campten in einer Karawanserei, die genau dem Kloster gegen\u00fcber lag. Ein M\u00f6nch namens Bahira pflegte das Treiben zu beobachten. Das tat er, weil er eine Heilige Schrift der Nazarener besa\u00df, in der detaillierte Informationen \u00fcber den Endzeitpropheten zu lesen waren. Und die Zeit war herangenaht, in der dieser vom Messias Verk\u00fcndete in der Gro\u00dfen Arabischen W\u00fcste erwartet wurde. Deshalb schauten Schriftkundige wie Bahira gen S\u00fcden. Und die Ank\u00f6mmlinge in der Karawane \u00fcber die Weihrauchstra\u00dfe waren da eine g\u00fcnstige Informationsquelle.<\/p>\n<p><em><u>Nazarener konvertieren zum Islam<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wor\u00fcber waren die Nazarener Salman al-Farisi, der M\u00f6nch Bahira, Waraqa ibn Naufal, und die \u00fcbrigen Nazarener aus Arabien und Abessinien informiert? Nun, sie besa\u00dfen eine Heilige Schrift und wussten, wann, wo und unter welchen Umst\u00e4nden der erwartete Prophet auftreten werde, und was seine Merkmale sein werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Salman al-Farisi kam als Nazarener in einer Karawane aus dem anatolischen Amorion, weil er in seiner nazarenischen Kongregation gelernt hatte, dass die Zeit des Auftretens des vom Messias Jesus verk\u00fcndeten Propheten angebrochen war. Salman wollte diesen Propheten aufsuchen und finden und sich ihm anschlie\u00dfen. Dieser Prophet sei in Arabien beheimatet und werde \u201ean einen Ort auswandern, der zwischen zwei mit schwarzem Vulkangestein bedeckten Ebenen liegt, zwischen denen es \u00fcberall Dattelplantagen gibt\u201c. Ansonsten seien einige Anzeichen, dass er \u201ekeine Almosen annehme\u201c, \u201ejedoch Geschenke wohl\u201c, und dass sich \u201ezwischen seinen Schultern das Siegel des Prophetentums\u201c befinde. Als Salman den Propheten dann in der Stadt Medina wirklich angetroffen hatte, entdeckte er die Merkmale und konvertierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann gab es die Nazarener aus dem Nadschran, im S\u00fcden der Arabischen Halbinsel. Eine Gesandtschaft traf den Propheten Muhammad in Mekka vor seiner Auswanderung (622). Sie stellten ihm gezielte Fragen, um heraus zu finden, ob es sich bei ihm um den von Jesus prophezeiten Endzeitpropheten handele. Als sie dann zuh\u00f6rten, was der Prophet ihnen \u00fcber seine Religion vorzutragen hatte, erkannten sie die \u00dcbereinstimmung zwischen seinen und des Messias Worten und gehorchten der Aufforderung des Messias sich dem Propheten anzuschlie\u00dfen. Sichtlich ger\u00fchrt traten sie von Herzen dem Islam bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann gab es die Nazarener des Aksumitischen Reiches in Abessinien. Ihr K\u00f6nig Nadschaschi (herrschte von 614 bis 631) hatte im Jahre 615 die ersten muslimischen Fl\u00fcchtlinge aufgenommen, die der Verfolgung durch die mekkanischen Heiden entgehen wollten. Dabei war es zu einer Aussprache zwischen den hiesigen Nazarenern und den aufgenommenen Muslimen gekommen. Als Dscha\u2019far ibn Abi Talib (590-629) ein langes Kapitel aus dem Koran bez\u00fcglich des Messias und seiner Mutter Maria rezitiert hatte, bezeugte der K\u00f6nig, dass Jesus \u201enicht um die L\u00e4nge eines St\u00f6ckchens mehr sei\u201c als das soeben Rezitierte. Sp\u00e4ter schickte der K\u00f6nig eine Gesandtschaft nach Medina zum Propheten. Sie bestand aus hochrangigen Beauftragten, die die Worte und Eigenschaften des Propheten erkunden sollten. Sie waren \u00fcberw\u00e4ltigt von dem, was der Prophet ihnen aus dem Koran rezitierte, und die Informationen, die sie erhielten, stimmten mit den Worten \u00fcberein, die ihnen vom Messias\u00a0 vorlagen. Sie erkannten den Islam als die Fortsetzung ihrer Religion. Viele von ihnen konvertierten, darunter auch der K\u00f6nig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner gab es den schon oben erw\u00e4hnten M\u00f6nch Bahira, der sich f\u00fcr den jungen Muhammad interessierte und die Mekkaner zu einem Gastmahl einlud. Dabei hatte er Gelegenheit den Jungen zu beobachten und ihm gezielt Fragen zu stellen. Er wusste aus seiner Heiligen Schrift dessen \u201eNamen Muhammad\/Ahmad\u201c, dass \u201eer Waise sei\u201c und dass er \u201edas Siegel der Prophetie\u201c trage. Der M\u00f6nch riet Abu Talib sicherheitshalber den Jungen schnellstm\u00f6glich wieder nach Hause zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Waraqa ibn an-Naufal war der Cousin Khadidscha, der Ehefrau des Propheten. Er war Gelehrter und hatte zum Nazarenertum konvertiert. Interessant ist auch, dass er eine Schrift namens Evangelium las, die noch in Hebr\u00e4isch geschrieben war. Waraqa hatte sie ins Arabische \u00fcbersetzt. Als Muhammad ihm seine Erfahrungen nach der ersten Offenbarung erz\u00e4hlt hatte, erkannte dieser die Berufung seines Verwandten und rief erfreut aus: \u201eDu bist der Prophet, den unsere Nation in dieser Epoche erwartet. Zu dir ist derselbe Erzengel gekommen, der auch Moses aufgesucht hat\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesus und sein engster Kreis Nehmen wir vorweg einen chronologischen Abriss der Geschehnisse. Der Messias Jesus, Sohn der Maria, wurde als letzter Prophet zu den Kindern Israels gesandt, zu einer Zeit, da Pal\u00e4stina der r\u00f6mischen Besatzungsmacht unterworfen war. 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