<br />
<b>Deprecated</b>:  Array and string offset access syntax with curly braces is deprecated in <b>/home/morgenla/public_html/wp-content/plugins/count-per-day/counter-core.php</b> on line <b>1517</b><br />
{"id":3175,"date":"2020-12-07T21:40:17","date_gmt":"2020-12-07T21:40:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?page_id=3175"},"modified":"2020-12-07T21:40:17","modified_gmt":"2020-12-07T21:40:17","slug":"sind-karikaturen-die-zum-hass-aufrufen-gerechtfertigt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?page_id=3175","title":{"rendered":"Sind Karikaturen, die zum Hass aufrufen, gerechtfertigt?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt\u201c, das waren die Worte mit denen Emmanuel Kant Geschichte schrieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den gro\u00dfen deutschen Philosophen ist Freiheit ein Zustand, in dem innerhalb von gezogenen Grenzen die freie Wahl der Worte und des Handelns besteht. Und die Grenzen, das sind die Freiheit, die Rechte, die W\u00fcrde der anderen. Handelt aber der Mensch oder \u00e4u\u00dfert seine Meinung auf Kosten der Rechte anderer unter dem Vorwand, seine eigene Freiheit zu leben, dann sind sein Handeln und seine Worte Willk\u00fcr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass aber diese ehrenvolle Maxime nicht immer und ausschlie\u00dflich zu tragen kommt, das haben unverantwortlich und provokativ handelnde Karikaturisten gezeigt. Leider meinen sie in diesem einundzwanzigsten Jahrhundert ihre Meinung illustrieren zu m\u00fcssen, in dem sie ungl\u00fcckliche Ereignisse im heutigen Weltgeschehen in Bezug zum Propheten Muhammad setzen und ihn auf sp\u00f6ttische Weise darstellen. Ohne zu wissen, wie der Prophet des Islam wirklich gedacht und gehandelt hat, geben sie von ihm ein unwirkliches Bild und vermitteln einen falschen Eindruck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Muslim ist dieses Benehmen inakzeptabel, provokativ, kr\u00e4nkend, undiszipliniert und p\u00f6belhaft. Eine gesamte Religionsgemeinschaft, die diesen Propheten als Vorbild nimmt, f\u00fchlt sich durch diese Beleidigungen und Herabw\u00fcrdigungen gekr\u00e4nkt. Doch kann ein best\u00e4ndiges Miteinander der Religionsgemeinschaften in einer multikulturellen Gesellschaft nur mit einem Mindestma\u00df an zivilisiertem Verhalten und gegenseitiger Respekterweisung ablaufen. Einige Karikaturen aber, die b\u00f6swillig beabsichtigt sind und dem\u00fctigen wollen, k\u00f6nnen das friedliche gesellschaftliche Miteinander in Gefahr bringen und eine Spirale des gegenseitigen Hasses entwickeln, besonders wenn sie wieder und wieder gezeigt werden. Schlie\u00dflich k\u00e4me es niemals einem Muslim in den Sinn, die im Judentum und Christentum verehrten Propheten und Heiligen zu karikieren. Niemals w\u00fcrde er Jesus oder Moses herabw\u00fcrdigen, niemals einen Apostel oder Maria.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrden jedoch all die Argumente ausreichen, dem Zeichnen von derartigen Hassbotschaften Einhalt zu gebieten? \u2013 Wohl unwahrscheinlich! Der hasserf\u00fcllte Leser dieser Zeitschriften sucht doch den Spa\u00df im Hass, und da er daf\u00fcr Geld auszugeben gewillt ist, ist das Zeichnen ein lukratives Gesch\u00e4ft. Und das aufzugeben ist man trotz aller Moral und Demokratie nicht bereit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Problem ist komplex. Muslime f\u00fchlen sich gekr\u00e4nkt, nicht weil sie, sondern ihr Prophet zum Opfer des Spottes gemacht worden ist. Es steht nicht ihre W\u00fcrde auf dem Spiel, sondern die ihres Propheten. Versuchen wir also zu verstehen! Was geht in einem Muslim vor, der sich einer derartig provokativen Situation ausgesetzt sieht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Muslim glaubt, dass Gott Muhammad dazu erw\u00e4hlt hat, das Siegel der Propheten zu sein und die Offenbarung des Korans zu erhalten. Ein Engel namens Gabriel \u00fcberbrachte diese g\u00f6ttliche Botschaft, die aus Glauben und frommem Handeln besteht. Der Muslim hat heute also dieses Buch in der Hand, weil zwei von Gott erw\u00e4hlte Personen diese Worte \u00fcbermittelt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prophet Muhammad trat zu einer Zeit auf, als es f\u00fcr die Menschen keine andere M\u00f6glichkeit der Rechtleitung mehr gab als durch einen Neuanfang. Die vorhergegangenen offenbarten Schriften waren nicht mehr vorhanden und die Religion des Moses oder des Messias war entfremdet. W\u00e4re Gott nicht nachsichtig gewesen und h\u00e4tte nicht den Menschen eine weitere Gelegenheit gegeben, Rechtleitung zu finden, so w\u00e4ren sie \u2013 so glaubt der Muslim \u2013 f\u00fcr immer verloren gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt zwei Lebensbereiche, die Welt des Lichtes \u2013 das ist der aufrichtige Glaube \u2013 und die Welt der Dunkelheit \u2013 das ist der Unglaube. So erw\u00e4hlte Gott seinen Propheten Muhammad in einer Zeit, in der sich Dunkelheit und Unglauben auf der Erde verbreitet hatten. Der Prophet setzte f\u00fcr diese Mission sein Leben ein und erinnerte unaufhaltsam die Menschen daran, seiner Botschaft zu folgen, um mit dem Paradies belohnt zu werden \u2013 eine aussichtsreiche Heilsbotschaft (Koran, 62,2-4). Der bewusste Muslim wei\u00df also, was er seinem Propheten zu verdanken haben, deshalb liebt er ihn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Muslim memoriert die heilige Schrift und lernt \u00fcber den Propheten, dessen Biographie und Verhalten, das er f\u00fcr sein eigenes Verhalten als Vorbild nimmt. In zahlreichen muslimischen Haushalten sind die B\u00fccherregale mit B\u00fcchern der <em>Sira<\/em> (Biographie) und mit Sammlungen von <em>Ahadith<\/em> (Worte und Taten des Propheten) gef\u00fcllt. Muslimische Gelehrte der ersten Generationen haben in diesen zahlreichen Werken bis ins kleinste Detail das Leben des Propheten beschrieben, so dass der Muslim der heutigen Zeit ihn so genau kennen, als bef\u00e4nde er sich noch unter uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jene <em>medi\u00e4valen<\/em> Gelehrten waren in der Lage ein authentisches Bild vom Propheten zu hinterlassen. Und sie haben dabei Exaktheit, Rationalit\u00e4t und Besonnenheit an den Tag gelegt. Karikaturen sind dahingegen fiktiv, imagin\u00e4r und basieren auf keiner authentischen Biographie. Sie werden entworfen, um eine gewisse Emotion hervorzurufen und um leider auch Hohn und Spott zu provozieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte sich fragen, was der Prophet im Falle einer Provokation oder Dem\u00fctigung gemacht hatte. Ein Blick in den Koran vermittelt uns schnell, dass Spotten, Provozieren und Dem\u00fctigen nicht ein <em>modernes<\/em> Problem ist, sondern dass es ein derartig unkultiviertes und r\u00fcpelhaftes Verhalten schon immer gegeben hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Tat hatten alle Propheten Gegner (6,10), die versuchten zu dem\u00fctigen, und daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert. In diesem Sinn sind die Verse (15, 11-12) darauf hinweisend, dass die b\u00f6se Gewohnheit, sich \u00fcber die Gesandten lustig zu machen, in die Herzen der \u00dcbelt\u00e4ter eingezogen ist. So gaben und geben die Gegner der Propheten ihrer Unzufriedenheit freien Lauf, dass sie mit der Botschaft, die die Propheten von Gott erhielten und den Menschen weitergaben, nicht einverstanden sind (21,36). Und was den Ausgang der Sp\u00f6tter betrifft, so erfahren wir in (6,10): <em>\u201eDa fiel auf diejenigen, die \u00fcber sie spotteten, das zur\u00fcck, wor\u00fcber sie sich lustig zu machen pflegten.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie jene vergangenen Propheten wurde auch Prophet Muhammad zu Lebzeiten verspottet, worauf der Koran an verschiedenen Stellen Bezug nimmt. Der Prophet, der nur ein Bote der g\u00f6ttlichen Botschaft und ein Mensch mit Gef\u00fchlen war, f\u00fchlte sich nat\u00fcrlich durch den Spott und die hasserf\u00fcllten Worte bedr\u00e4ngten und verletzt. Als das der Fall war, ermutigte ihn Gott, mit seiner Mission unbefangen fortzufahren und sich von seinen Gegnern abzuwenden (15,94), versprach ihm Schutz vor den Sp\u00f6ttern (15,95) und k\u00fcndigte deren angemessene Strafe an. Schlie\u00dflich tr\u00f6stete Gott den Propheten wegen all dieser Schwierigkeiten und versprach ihm Belohnungen in dieser Welt und insbesondere im Jenseits. In dieser Hinsicht m\u00f6ge folgendes Ereignis ein Beispiel sein, als ein gewisser Ibn Wa&#8217;il den Propheten wegen des Todes seines letzten Sohnes verspottete. Als Reaktion darauf verk\u00fcndete Gott dem Propheten als Belohnung \u201e<em>Al-Kauthar, einen Fluss im Paradies, dessen Ufer aus Gold und dessen Flussbett aus Perlen bestehen. Sein Wasser ist wei\u00dfer als Milch und s\u00fc\u00dfer als Honig<\/em> \u201c(Exegese 108, 1, nach Ibn Kathir). Was den sp\u00f6ttischen Ibn Wa&#8217;il betrifft, so werde er mit Sicherheit ohne Nachwelt sein (108, 3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was nun die abendl\u00e4ndische Verspottung des Propheten Muhammad betrifft, so ist auch sie ein altes Problem, die bis ins zw\u00f6lfte Jahrhundert zur\u00fcckreicht. Als damals die erste \u00dcbersetzung des Korans angefertigt wurde, konnten Christen in der Heiligen Schrift der Muslime das erste Mal lesen, dass Gott dementiert, Sich einen Sohn genommen (18, 4 und 19, 90-91) und die Kreuzigung des Messias erlaubt zu haben (4, 157). Beide Aussagen seien L\u00fcgen, die sich einige Menschen ersonnen haben. Die Kirche reagierte darauf und schrieb diese Koran\u00fcbersetzung als Polemik gegen den Islam und fertigte darauf basierend weitere Streitschriften an. Auch die boshafte Verformung seines Namens \u201eMuhammad\/Ahmad\u201c (der Geehrteste) in \u201eMahomet\u201c (der Nichtgeehrte) reicht in diese Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie also sollte eine angemessene Reaktion auf die von den Karikaturisten propagierte Provokation aussehen? Wenn der Muslim sich am Verhalten des Propheten inspiriert, dann wei\u00df er ja, wie die geeignete Reaktion auf derartige Provokationen auszusehen hat. Generell gilt, dass derjenige, der den Propheten verspottet, Gott gegen sich hat. Deshalb \u00fcbt der Muslim erst einmal Geduld und ist von der g\u00f6ttlichen Gerechtigkeit \u00fcberzeugt. Dar\u00fcber hinaus muss er sich unbedingt an folgenden Befehl halten: \u201e<em>Wenn ihr h\u00f6rt, da\u00df man Allahs Zeichen verleugnet und sich \u00fcber sie lustig macht, dann sitzt nicht mit ihnen (zusammen), bis sie auf ein anderes Gespr\u00e4ch eingehen. Sonst seid ihr ihnen gleich\u201c<\/em> (4,140)<em>. <\/em>In diesem Sinn ist der Muslim verpflichtet, sich von jenen Karikaturisten zu distanzieren und sich von ihnen abzuwenden, bis sie das Thema wechseln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Erwartung auf diesen Themenwechsel und auf die R\u00fcckkehr zu den guten Prinzipien, die Philosophen wie Emmanuel Kant aufgestellt haben, lesen wir abschlie\u00dfend die warnenden Worte eines anderen Philosophen, n\u00e4mlich des Franzosen Voltaire, der schon im achtzehnten Jahrhundert derartigen Problemen entgegensah, als er schrieb: \u201e<em>Die Franzosen sind nicht f\u00fcr die Freiheit gemacht; sie w\u00fcrden sie nur missbrauchen<\/em> \u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt\u201c, das waren die Worte mit denen Emmanuel Kant Geschichte schrieb. F\u00fcr den gro\u00dfen deutschen Philosophen ist Freiheit ein Zustand, in dem innerhalb von gezogenen Grenzen die freie Wahl &hellip; <a href=\"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/?page_id=3175\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3175"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3175"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3177,"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3175\/revisions\/3177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.morgenland-abendland.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}